Diskriminierung

Während in Deutschland eine Meldepflicht für Tuberkuloseerkrankungen nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) besteht, bei welchem Ärzte, mikrobiologische Labore und Pathologen verpflichtet sind, alle Tuberkulose-Erkrankungen an das Gesundheitsamt zu melden, hat sich diese Art von Verhütung noch nicht in allen Entwicklungsländern durchgesetzt. Einerseits macht eine solche Regelung Sinn, da die Krankheit insbesondere in der entwickelten Welt frühzeitig erkannt und behandelt werden kann. Andererseits kann sie in den Schwellenländern ein großes Problem darstellen, da dort die Aufklärung über infektiöse Krankheiten fehlt und eine Heilung aus Gründen wie Qualitätsmängel oder unzureichende Versorgung der Medikamente, ungeeignete Behandlungen, usw nicht garantiert ist. Daher werden Patienten häufig diskriminiert, geächtet und von der Gesellschaft und sogar ihren Nächsten ausgestoßen, was sie dazu treibt, noch weiter ihre Krankheit zu verbergen und eine ungehemmte Ausbreitung zu ermöglichen.

Aus mangelndem Verständnis über die Krankheit werden TB-Infizierte häufig sehr stark diskriminiert. Menschen, die an Tuberkulose erkranken, werden oftmals von ihrer Gemeinde und sogar von ihren Familien ausgeschlossen. In Indien erfährt dieses Schicksal zum Beispiel 100.000 Frauen jährlich, die wegen TB zum Sterben aus der Familie gestoßen werden.

Dadurch wird erwartet, dass eine Meldepflicht der Aufspürung von Patienten und Bekämpfung der Krankheit noch weiter schaden könnte, da die betroffenen Menschen ohnehin schon dazu neigen, die Krankheit möglichst geheim zu halten. Jedoch werden sich glücklicherweise immer mehr Regierungen über die Gefahr der Verbreitung der Krankheit bewusst. In Indien zum Beispiel, dem Land mit der größten Anzahl von Tuberkuloseopfern jährlich, wurde dieses Gesetz im Mai 2012 endlich in Kraft gesetzt.

Daher setzt unser Verein auf Interventionen und Projekte, die auf einer aktiven Aufspürung von Patienten basieren. Weiterhin unterstützen wir jene Projekte, die IEC (Information, Education and Communication) Aktivitäten durchführen, um die Allgemeinbildung über Gesundheit und Tuberkulose zu stärken. Ein weiterer Vorteil der Aufklärung über die Krankheit und daraus resultierenden Verminderung der Diskriminierung ist die mögliche Verringerung des gefürchteten Behandlungsabbruchs, der in den letzten Jahrzenten zu den aus Menschenhand geschaffenen Superbakterien geführt hat. Mehr dazu können Sie im folgenden Abschnitt lesen.

>> Behandlungsabbruch