Vergessene Krankheit

Wie konnte Tuberkulose derart vernachlässigt werden, dass wir mit einer möglichen von Menschenhand erzeugten Epidemie von Superbakterien in naher Zukunft rechnen müssen? Das Sprichwort „aus dem Auge, aus dem Sinn” mag eine Ursache unserer Gelassenheit gegenüber diesem Problem beschreiben. Die andere Ursache mag sein, dass es seit über 50 Jahren ein Heilmittel gibt. Alles in allem ist es die mangelnde Beachtung, die Tuberkulose wieder zu einem Thema gemacht, das wir eigentlich schon vor Jahrzenten abgehakt hatten.

Zum einen betrifft Tuberkulose häufig verarmte Menschen, wodurch keine kommerzielle Grundlage für Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen besteht. Daher werden seit mehreren Jahrzenten unsichere Methoden zur Diagnose und die gleichen ineffizienten Medikamente zur Behandlung von TB eingesetzt. Der Eli Lilly Repräsentant bei der 2011er Konferenz für Hersteller von TB-Medikamenten in Delhi sagte selbst, dass Forschung für TB Medikamente bei Eli Lilly eigentlich nur ein „Leidenschaftsprojekt” von sozialer Natur ist. Zwar haben sich mittlerweile Gelder und Förderungen gefunden, die Forschungen neuer Diagnosemethoden und Medikamente mit kürzeren Krankheitsermittlungs- bzw. Behandlungszeiten und anderen verbesserten Bedingungen unterstützen. Jedoch wird es noch einige Jahre dauern, bis diese Entwicklungen entweder kosteneffezient oder gar verfügbar werden – Jahre in denen noch Millionen von Menschen sterben, Zig-millionen sich erkranken, und hunderte von Millionen sich mit Tuberkulose anstecken werden.

TB wurde einmal als eines der „unsexy“-sten Krankheiten beschrieben, für die sich niemand interessiert, da sie in der westlichen Welt eigentlich kein Problem mehr darstellt, und für die sich kaum Menschen einsetzen. Zum Beispiel gibt es genügend Berühmtheiten, die sich zur Bekämpfung von AIDS aussprechen, doch nur wenige, die sich wie Luis Figo und Craig David zur TB-Bekämpfung aussprechen.

Auch unter uns Gemeinbürgern liegt das Wissen, sowie das Interesse weit unter dem, was die Ausmaße der Krankheit eigentlich verlangen. Dass es aber jeden treffen kann, zeigt der Fall von Gerry Elsdon, einer Prominenten aus Zeitung und Fernsehen in Südafrika, und ihr Kampf gegen Tuberkulose. Daher haben wir uns als Verein zum eigenen Ziel gesetzt, neben der Spendensammlung für Partnerorganisationen auch hierzulande das Bewusstsein und Interesse über die Krankheit zu verstärken. Lesen Sie mehr über die Aktivitäten unseres Vereins im nächsten Abschnitt.

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