Epidemiologie

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind ein Drittel der 6,8 Milliarden Menschen mit dem TB Erreger latent infiziert. Man schätzt, dass davon circa 10%, sprich 227 Millionen Menschen in ihrer Lebzeit eine aktive TB Erkrankung erleiden werden. Würden diese Patienten nicht behandelt werden, schätzt die WHO, dass sie bis zum Tode 10-15 andere Menschen anstecken würden, was die immense Ansteckungsgefahr dieser Krankheit darstellt.

Über die Jahre hinweg erkennt man zwar einen deutlichen Abwärtstrend der Sterblichkeitsrate (siehe “C Mortality” im unteren Graph) und der Prävalenzrate (“B Prevalence”). Jedoch muss bei diesen Raten ebenfalls die stetig ansteigende Bevölkerungzahl in Betracht gezogen werden, wodurch die absoluten Zahlen keine wesentliche Veränderungen anzeigen. Weiterhin scheint die Rate der Neuerkrankungen (“A Incidence”) trotz wachsender Bevölkerung sich nicht wesentlich zu verändern, was ein weiteres Indiz für die Notwendigkeit der TB Verhütung darstellt.

Quelle: Lönnroth K, Castro KG, et al. Tuberculosis control and elimination 2010–50: cure, care, and social development. The Lancet. 2010 May 17. DOI:10.1016/S0140-6736(10)60483-7.

In 2010  gab es 8,8 Millionen Neuerkrankungen einschließlich 1,1 Millionen HIV Patienten, die an Tuberkulose erkrankten. Dies entspricht einer weltweiten Erkrankungsrate von 128 Fällen pro 100.000 Bevölkerung. Die Zahl der Patienten, die mit einer resistenten Form von TB infiziert sind, wurde in 2010 of 650.000 geschätzt. In Westeuropa lag die Neuerkrankungsrate bei 17 Krankheitsfällen pro 100.000 Einwohner, und die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland lag in 2010 gerade einmal bei 4.330. Solch niedrige Statistiken stellen natürlich nur die eine Seite dar Waage dar. Letztendlich liegt die Hauptlast auf 22 hochbelasteten Ländern (HBC oder High-Burden Countries), die 80% der weltweiten Neuerkrankungen stellen. Diese Länder werden von Indien und China angeführt, gefolgt von anderen Schwellen- und Entwicklungsländern.

Trotz der 8,8 Millionen Neuerkrankungen wurden nur 5,7 Millionen Menschen offiziell als Tuberkulosepatienten unter Behandlung genommen. Das bedeutet 3,1 Millionen Menschen erhielten höchstwahrscheinlich keine, von den öffentlichen Gesundheitswesen sanktionierte Behandlung, wenn sie überhaupt behandelt wurden. Unter den Patienten mit resistenten TB Formen klaffte noch eine größere Lücke zwischen Neuerkrankungen und behandelten Patienten. In 2010, lediglich 16% der Erkrankten erhielten eine geeignete Behandlung.

Die Zahl der weltweiten Todesopfer fiel in 2010 von 1,7 Millionen auf 1,4 Millionen Menschen einschließlich 350.000 HIV Opfer. Trotz dieses ermutigenden Trends bedeutet dies immer noch eine Todesrate von 3,800 Menschen pro Tag! 95% der Todesopfer befanden sich in den Entwicklungsländern.

In 2009 verwaisten 9,7 Millionen Kinder aufgrund von Todesfällen durch Tuberkulose. Die Krankheit ist ebenfalls eines der drei häufigsten Todesursachen für Frauen zwischen 15 und 44.

In 2010 fehlten $510 Millionen US Dollar im weltweiten Budget zur Bekämpfung der Tuberkulose. Es wird erwartet, dass diese Zahl auf fast eine Millarde US Dollar in 2012 angewachsen ist.

 

Ein kurzer Vergleich der drei großen Infektionskrankheiten ist hierunter aufgeführt:

Die Zahl der Neuerkrankungen ist immer noch höher, als die Anzahl der behandelten Patienten, was bedeutet, dass die Krankheit sich weiter ausbreitet. Die Anzahl und Infektionen der resistenten Formen wachsen täglich ohne regelgerecht behandelt zu werden. Die Lücke zwischen Finanzbedarf und verfügbaren Mitteln wird zunehmend größer. Dieser Trends gedenken wir mit unserer Arbeit entgegen zu setzen.

In der nächsten Sektion behandeln wir die Problematik in Bezug auf die Bekämpfung von Tuberkulose und gehen insbesondere darauf ein, warum die Krankheit trotz Entdeckung der geeigneten Heilmittel vor über 50 Jahren heute immer noch eine wahre Bedrohung darstellt.

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