Lücken im öffentlichen Gesundheitswesen

Weltweit zählt Tuberkulose als Epidemie mit katastrophalen Ausmaßen und ein Notstand des Gesundheitswesens. Daher hat sich jede Regierung dazu bereit erklärt, sich dem Problem zu widmen. Jedoch resultierten die Anstrengungen, insbesondere in den Entwicklungländern aufgrund mangelnder Infrastruktur, ungenügend Arbeitskräften und fehlenden Geldern, nur in begrenzten Erfolg. Und auch heutzutage klaffen diese enormen Lücken in den öffentlichen Gesundheitswesen, die eine wahre Eindämmung der Krankheit verhindern.

Unsere erste Partnerorganisation aus Indien wurde aus diesem Grund ins Leben gerufen als die Gründer in 2005 herausfanden, dass die Verfallsdaten für  Tuberkulosemedikamente im Wert von mehreren Millionen Euro in Indien ueberschritten wurden, weil die nötige Infrastruktur fehlte, um diese kostenlosen Medikamente für die wirklich Bedürftigen in die Slums zu bringen. Patienten mussten in entfernte Krankenhäuser fahren, das Kosten- und Zeitaufwand darstellte, die sich die verarmten und arbeitsuntauglichen Patienten, nicht mehr leisten konnten.

Eine ähnliche Art von fehlender Infrastruktur des öffentlichen Gesundheitswesens, die oftmals in den Entwicklungsländern anzutreffen ist, sind Kapazitätsmängel in städtischen Gegenden, die häufig unter unterbesetzt und überstrapaziert sind, um eine regelgerechte TB-behandlung anbieten zu können. In ländlichen Regionen sind die Öffnungszeiten der öffentlichen Kliniken und Krankenhäuser oft unsicher und unzuverlässig. So wurde uns von Vorkommnissen berichtet, dass Kliniken im ländlichen Indien nur 2-3 Tage pro Woche für ca. 4 Stunden am Tag geöffnet haben.

Patients in waiting area

Da die Regierungen es nicht alleine und rechtzeitig schaffen, diese Infrastruktursmängel zeitig zu beheben, versuchen wir bei der Auswahl unserer Partnerorganisationen darauf zu achten, dass sie sich vor Ort und direkt für die Betroffenen einsetzt.

Wegen unzureichender Infrastruktur und finanzieller Unterstützung vom öffentlichem Gesundheitswesen flüchten Patienten in Entwicklungsländern häufig in den privaten Sektor. Dort begegnen viele Patienten aber ebenfalls eine Reihe von Tücken und Problemen, die wir im nächsten Abschnitt kurz behandeln werden.

>> Probleme im privaten Gesundheitswesen