Probleme im privaten Gesundheitswesen

Wenn die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen in Entwicklungsländern nicht ausreichend für ihre Bürger sorgen können, wenden sich diese Patienten sehr häufig an den Privatsektor. Dies sind Ärzte und Apotheken, die nicht im Dienste der Regierung stehen und häufig ihre Dienste und Produkte gegen ein barbezahltes Endgeld den Patienten anbieten. Jedoch birgt diese Option wesentliche Problem, die nicht nur zum Fortbestand der Krankheit, sondern auch zur Entwicklung der gefährlichen, arzneimittelresistenten Formen wesentlich beigetragen hat.

In einer Studie in Vietnam z.B. wurde ermittelt, dass dieser Sektor in 70% der TB Fälle die erste Anlaufstelle darstellt und dass 40% der TB Patienten ausschließlich vom privaten Sektor behandelt werden. Das Problem hierbei liegt darin, dass häufig sehr unterschiedliche und meist unzureichende und ungeeignete Behandlungen und Medikamente von diesen Ärzten und Apothekern verschrieben werden, was den Aufbau von Arzneimittelresistenzen zur Folge haben kann.

Letztendlich kann es sogar dazu kommen, dass nicht selten Patienten durch deren Unwissenheit von diesen Ärzten schamlos ausgenutzt werden. Diesen Patienten, die ohnehin schon finanziell sehr geschwächt sind, wird zum Beispiel zu teuren MRI und CT scans geraten oder Hustenmedikamente verschrieben, die sie höchstwahrscheinlich nicht benötigen.

Auch hier suchen wir nach Partnerorganisationen, die sich aktiv dem privaten Sektor widmen und diesen entweder durch Kooperation oder durch Schulungen im Kampf gegen die Tuberkulose zu stärken. Im folgenden Link finden Sie einen Videobericht aus den USA, der genau dieses Problem behandelt.

Jedoch liegt die Schuld nicht ausschließlich bei den Ärzten. Aus mangelndem Wissen über die möglichen Konsequenzen neigen Erkrankte in den Entwicklungsländern häufig auch dazu, Medikamente und Antibiotika aus den Apotheken zu kaufen und somit den Gang zum Arzt in der Hoffnung auf eine einfache Infektion zu ersparen. Häufig gibt es noch einen weiteren, weitaus gefährlicheren Grund für die Selbstdiagnose und Eigenbehandlung.

Die fehlende Allgemeinbildung über die Krankheit zieht auch häufig eine starke Diskriminierung der Gesellschaft gegen TB Patienten mit sich, wodurch diese sich gezwungen fühlen, ihre Krankheit geheim zu halten und ihrer Familie diese Schmach zu ersparen. Lesen Sie weiteres im nächsten Abschnitt über Diskriminierung der Tuberkulosepatienten in den Entwicklungsländern.

>> Diskriminierung